BIGMOM-Travel: Studienfahrten 1983
- 16. Nov. 2023
- 13 Min. Lesezeit
In den Profilen klebt bei manchen immer noch das Herzblut der Erinnerungen. An unsere Studienfahrten im September 1983. Sechs Monate vor dem Beginn unserer Prüfungen. Was war DEIN bestes Schulerlebnis? Viele nennen sofort die damaligen Fahrten in die Toskana, in die Provence, nach England oder nach Rom.
Die nachfolgenden Schilderungen stammen aus unserem Jahrbuch, die ursprünglichen Autoren/Autorinnen mögen sich gern melden. Und mir verzeihen: Ich habe die Berichte mit vielen Fotos angereichert und einige Verweise oder eigene Ergänzungen oder Hervorhebungen in den Texten hinzugefügt. Ich hoffe, es macht beim Lesen Spass - sich nicht nur an unsere Fahrten zu erinnern, sondern sich auch über die manchmal recht sonderbare Ausdrucksweise zu amüsieren. Grins. Vielleicht sollte BIGMOM travel die damaligen Reisepakete in den nächsten Jahren nochmals neu auflegen, für aktive Rentner, Kulturbeflissene und Geniesser? Grins! Wer fährt mit?

Italien, Toscana, San Vincenzo
MIT TOSCANA FING ALLES AN
(AutorIn unbekannt)
Die Studienfahrt der Leistungskurse Erdkunde und Mathematik (Anm. - an der auch der hier neu ordnende Autor teilnahm ) führte uns nach San Vincenzo, eine kleine Küstenstadt der Toscana gegenüber der Insel Elba. Mitzuführende Autoritäten waren Frau und Herr Müller, die diese Reise, jeder auf seine Art, recht abwechslungsreich gestalteten.

Frage: Hat noch jemand originale Fotos der Toskana Studienfahrt? Bitte unbedingt bei uns melden!
Am Freitag, dem 2.9.83 ging es um 18:00 Uhr los. Dabei hatten wir nicht nur einen phänomenalen "super-air-condition-Bus" mit Heißwassergerät und eingebautem Kühlschrank erwischt, sondern noch dazu einen davon vollkommen überzeugten Busfahrer. Als allmählich alle die Anschaffungskosten für die zusätzlIchen "Extras" kannten, ging es uns auch nicht besser.

San Vincenzo, einer der Bungalows...
Bei tollem Wetter kamen wir dann am Samstagnachmittag stark transpirierend an und bezogen sofort unsere Bungalows. Die weiblichen Mitfahrer sollten dabei jeweils zu sechst einen eigenen Haushalt führen, die restlichen zu viert, darunter auch der Busfahrer (Anm. d. Redakteurs - Roland und ich mussten uns mit dem Busfahrer und Herrn Müller einen Bungalow teilen - ich glaube, wir standen unter irgendeiner "Sonderaufsicht" - Warum nur??? Grins. Irgendwie aber unangenehm).
Dieses System verlor aber irgendwie seinen Sinn, denn meistens wurde nur an einigen Herden gekocht, dafür dann aber übermäßig viel, so das Fressorgien nicht ausblieben.

San Vincenzo,"Unsere" Bungalows - in einem Pinienwald, direkt am Strand
Die Bungalows selbst waren optimal eingerichtet und lagen zwischen Bäumen direkt am Strand. Wären wir nicht auf Studienreise gewesen, hätte man daraus einen richtigen Badeurlaub machen können.

San Vincenzo, Spiaggia Libera 8/9- "Spiaggia de la Casa"- einen Tag hatten wir auch richtig gute Wellen...
Sonne, Sand und Wasser konnten wir leider nicht so oft ausnutzen, aber dafür lernten wir auf unseren täglichen strapaziösen Exkursionen die tollsten Toscana Städte kennen.Dies begann etwas enttäuschend mit Etrusker- Gräbern bei Popolonia, wo außer Eidechsen nichts interessantes zu entdecken war.

Popolonia, Nekropole
Besser war da schon die alt gebliebene Stadt Massa Marittima. Ich verzichte im weiteren auf genauere Beschreibungen, denn dabei könnte man sich die Finger wund schreiben. (Anm. siehe statt dessen die nachstehenden Fotos).

Massa Marittima, Piazza Garibaldi

Massa Marittima, Brücke Torre del Candeliere
Abends trafen wir uns alle am Strand und feierten Petra Schlünders Geburtstag und lauschten den plätschernden Flutwellen, wobei sich JENS STROTHMANN seine gute Uhr wegspülen ließ!!
Am nächsten Tag fuhren wir zu der weiter einwärts gelegenen Stadt Siena. Dort waren nicht nur die Gebäude toll sondern es herrschte eine unheimlich packende Atmosphäre. (Übrigens: Aus dieser Stadt kommt auch Gianna Nannini).

Siena, Piazza del Campo mit Torre del Mangia

Siena, Duomo Santa Maria della Scala
Wieder im Bungalow-Dorf wurde mehr oder weniger gekocht, und abends nahm es bei dummen Spielchen einen recht lustigen Charakter an. Das Ganze endete ziemlich abrupt, wobei sich eine Autorität energisch durchsetzte und alle Flaschen für sich beanspruchte (Anm. - das war natürlich Herr Müller, wobei auch alle bereits geöffneten Flaschen in unserem Bungalow eingelagert wurden und all die Nuancen billiger italienischer Rotweine sich schwer über unsere Nasen legten, während wir versuchten, einzuschlafen: Es roch widerlich!)

San Vincenzo. Senza Commento - plötzlich saßen wir auf dem Trockenen...
Der Dienstag war für uns eine richtige Erholungsphase. Wir machten einen Tag Strandurlaub mit Tretbootfahren und allem, was dazu gehört.
Die nächste Kult-Stätte war Pisa. Einige, denen schon schlecht war, bestiegen den Turm nicht. Eine Dom-Besichtigung schloß sich wegen der räumlichen Verhältnisse gleich an, wobei manche bei der Gesichtskontrolle auf der Strecke blieben, z.B. Kohle, der sich doch sogar ein Röckchen angezogen hatte.

Impressione incantevoli...

Pisa, Piazza dei Miracoli mit Duomo Santa Maria Assunta und Campanile
Der Höhepunkt unserer Studien fand am Donnerstag statt, die Besichtigung von Florenz. Man muß dazu sagen, daß wir in den letzten Tagen die Vorzüge des super-air-condition Busses zur Genüge kennengelernt hatten, und der Busfahrer, der sich unseren Essgewohnheiten nicht anschließen konnte, wurde aufgrund der aufkommenden Hungergefühle immer aggressiver. Die Fahrt nach Florenz dauerte 3,5 Stunden und war unter diesen Bedingungen echt spannend. Aber für Florenz lohnte sich diese Strapaze!! Der Dom und die Uffizien waren echt überwältigend und es scheint sich in dieser Stadt alles zu treffen. Abends riefen wir uns alles noch einmal ins Gedächtnis, wofür Luise Müller zum Schluß aber irgendwie kein Verständnis zeigte. Vielleicht war ihr das Niveau zu hoch!!

Firenze, Ponte Vecchio über den Arno

Firenze, Piazza della Signoria

Firenze, Santa Croce

Firenze, Uffizien

Firenze, Uffizien, "Die Geburt der Venus" (Sandro Botticelli)

Firenze, Piazza Santo Spirito (Anm. Lieblings-Bar Cabiria (re.), später dort oft abgestürzt.. ;-))
Am letzten Tag hatten wir noch die Möglichkeit nach Elba zu fahren. Wer nicht wollte, machte Strandurlaub und verpaßte etwas, denn Elba war nicht nur unheimlich schön sondern wir konnten dort auch ausnahmsweise im sauberen Wasser schwimmen und herrlichen Regipetto trinken!

Isola d'Elba, Spiaggia Sansone
Spät abends um 10 Uhr ging es dann ab nach Hause. Die Rückfahrt setzte für manchen einen stimmungsvollen Schlußpunkt, und soweit ich weiß, ging es allen bei der Ankunft sehr gut, einigen viel zu gut.
Abschließend kann man sagen, daß sich diese Fahrt wirklich gelohnt hat. Die Toscana selbst ist landschaftlich so schön und abwechslungsreich, daß man Busfahrten trotz Busfahrer gut überstehen kann, und die Städte selbst haben noch echten Stil!!! (Meiner Meinung nach) Die beiden Lehrpersonen waren zwar recht verschieden, aber gleichermaßen respektiert, sodaß wir hoffen, daß es auch ihnen gut gefallen hat!!!!!!!!!
BUONO CONCLUSIONE
Italien, Rom
"SPASS BEISEITE, HELMI KOMMT"
(AutorIn unbekannt)
„Ciao, ciao bambini" hieß es, als die Leistungskurse Deutsch, Bio und Physik on Studientour gingen. Ziel der Reise sollte die "Ewige Stadt" ROM sein. "Wir sind gleich da!" war die erste geniale Äußerung von Posts Jupp, als wir in Sümmern auf die Autobahn fuhren, begleitet von einem Superman H.S.., bei dessen Auftauchen regelmäßig ein Raunen durch den Bus hin: Da gab's gar kein Vertun bei!

Kramsach(?), v.l.n.r. Unbekannt, Sr. Magdalena, Herr Semer, Sr. ???, Herr Post
Nach 11 Stunden erreichten wir das als Zwischenstation sehnlichst erhoffte stille Örtchen - Kramsach -, das durch uns gleich zum Leben erweckt wurde. Von dem lieben geistlichen Begleitpersonal wurde sofort die Ge schlechtertrennung vorgenommen. Während sich die Herren der Schöpfung also noch bei "Claudia" (Nightbar) amüsierten, träumten die Mädchen ab 21 h von schönen Italienern. Aber jetzt Spaß beiseite - die Fahrt ging weiter.
Endlich im heißen ROMA angekommen, brachte der Physikus Post die Stimmung mit der Bemerkung "Hier sieht's ja aus wie in Dortmund" auf den Höhepunkt. Am Hotel Alimandi, das direkt im Zentrum lag und von Paolo regiert wurde, war es natürlich klar, daß Begleiter Helmi, der mit dem Tragen der Zimmerkarten und der Verantwortung schon genug zu tun hatte, erst Ulf als Kofferboy einspannen mußte.

Le donne più belle - Claudia Ruthenberg, Annette Voß, Kirsten Clausius (?)
Ein Schock traf die drei "netten" Bewohner von Zimmer 507, als sie merkten, daß sie den Abort samt Badewanne mit Superman und Captain Chaos teilen mußten. Beschlossene "Rache" von Andrea, Kirsten und Claudia war geplant - da gab's kein Vertun bei!

Roma, Unser Dream-Team: Captain Chaos & Superman
Bestens organisiert (wie wir das von Herrn Semer und Co. auch nicht anders gewohnt sind) stiegen wir dann ab Montagmorgen voll ins Programm ein: Im Laufe der Woche besichtigten wir u.a. den beeindruckenden Petersplatz und -Dom, einige andere sehenswerte Kirchen (St. Paul vor den Mauern, Basilika di Maria Maggiore etc.), die Spanische Treppe, das Forum Romanum, Colosseum und Capitol, Fontana di Trevi, und außerdem besuchten wir das Nationaldenkmal der Italiener ("Gianicolo"), die Vatikanischen Museen, wir erlebten eine Audienz beim Papst mit und verbrachten einen Badenachmittag in Ostia, wo ein paar von uns mit Krebsen und eine unserer Begleitmütter mit den berüchtigten vespafahrenden Handtaschenräubern Bekanntschaft machten.

Roma, Basilica Santa Maria Maggiore

Roma - Impressione incantevoli...

Roma, Annette Voß im Vordergrund, Petersplatz

Roma, Spanische Treppe
Als krönender Abschluss des Petersdombereichs stand"Scavi" an, womit man die Ausgrabungen unter dem Dom bezeichnet."Was wird uns da erwarten???" - damit weckte die äußerst "reizvolle", "charmante", redefreudige und doch zugeknöpfte Schweizerin, die uns führen sollte, unsere Neugier. Trotz mehrerer Ermahnungen versetzte eine Schülerin ihre "Flashlights" in Aktion und fotografierte ein altes Grab. Bei den ehrfurchtsvermittelnden Sprüchen, die sich über mehr als 2 Stunden hinzogen, hieß es diesmal selbst für Helmi nicht "Spaß beiseite" - alles lachte! Die monotone und ermüdende Führung verführte doch tatsächlich des öfteren einige Schüler dazu, auf unverzeihliche Weise auf den Gebeinen eines verdienten Römers zu pausieren! "Scavi" war den Besuch wert - da gibt's gar kein Vertun bei!
Obwohl gerade Herr Post immer wieder auf das Waschen des gekauften Obstes hinwies, litten scheinbar er oder sein Zimmernachbar an irgendwelchen Verdauungsstörungen! Und hier setzte die eben erwähnte Rache des Nebenzimmers an: eine Woche ROM mit diesen Nachbarn konnte nicht ungestraft bleiben! Halbstündlich wurde das Toilettenpapier des gemeinsamen Aborts von den drei Rächern eingeholt und in ihrem Zimmer gehortet (10 Rollen). Um von den eigenen Leiden abzulenken, schöpften die Lehrpersonen sofort Verdacht von Salmonellen beim Einzeller (Stephanie) und den Salmonellis (Oliver und Ulf). Nur als eine weitere Folge der Krankheitserscheinungen, wozu auch ROMS herrliche Sonne beigetragen haben mag, ist der immer wieder getätigte Versuch eines Physikers zu werten, eine engere Verbindung mit Eva einzugehen! Oh la la, Italien weckt die Liebe - da gibt's gar kein Vertun bei!
Paolo (brutale!) war der Renner des abendlichen Treffens in der Hausbar (Rezept: 2cl Gin, 2cl Kirschsirup und alles mit Tonic-Water und Eis auffüllen). Selbst unsere Schwester Magdalena konnte ihm nicht Wiederstehen!

Roma, Paolo (briutale!)
"Spaß beiseite" hieß es für die weiblichen Mitfahrer, als Herr Semer in Ostia auf Jagd nach Badenixen ging - mit Hilfe des Fotoapparates.

Roma, Ostia Spiaggia
Genossen die Schwestern auch nicht Ostias herrliches Wasser, so hatten sie mit diesem genug im Hotel zu kämpfen. Vößchen, Marion und Ulla galten als "Helfer" in der feuchten Not, indem sie des öfteren ihr Nebenzimmer unter Wasser setzten!

Roma, Kirsten(?) und Anselm - Souvenirs, Souvenirs - Beim Kreuze ausreissen im Colosseum (?)
Am Freitag aber hieß es dann schließlich Abschied nehmen von Rom und seinen herrlichen Nächten. Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Café Greco und sämtliche geschlossene Bekanntschaften konnten leider nicht mit nach Hause genommen werden. Zunächst ging es zurück nach Kramsach. "Sinnvolle" Gespräche führte Herr Semer nur dann, wenn er auf hinterlistigste Weise einen Platz ergattert hatte. Gespräche, die manchmal recht merkwürdige Themen hatten und sich über 1 - 2 Stunden hinzogen, mußten die Schüler unter dem Motto "Lassen Sie das mal auf sich einwirken" geduldig ertragen. Trotzdem gab es auch hier oft genug Gelegenheit zum Lachen.
In Kramsach angekommen wurden noch einmal die letzten Versuche gemacht, die römischen Eindrücke zurückzuholen, indem sich Karin, Sylvia, Ines und Lübbi des nachts als stattliche Römer versuchten. Sie hatten die Lacher auf ihrer Seite! Bis ins geliebte Menden verfolgte uns das Kufsteinlied und Pillis "gekonntes" Jodeln:
DIE FAHRT WAR GELUNGEN - DA GIBT'S GAR KEIN VERTUN BEI!!!
Stilblüten der Romfahrer:
Pilli: "Guck mal, da steht 'Barbier'. Bei uns heißt das wenigstens 'Bierbar'r"
Herr Semer: "Herr Post und ich, wir müssen uns einen Bademantel
teilen." Schüler: "Und Sie kriegen den Gürtel?"
Herr Post (im Bus): "Die Musik ist ja so gräßlich, als würden
100.000 Katzen pissen!"
Herr Semer: "Ab nächste Woche wird nicht mehr diskutiert, da wird gehandelt!"
Dirk (in Bezug auf eine Brücke): "Ist die alt oder ist die von früher?"
Sr, Magdalena zu Pilli (als dieser sich während der Papstaudienz bei einem Applaus verbeugte: "Haben Sie das öfter um diese Zeit?"
Christian: "Wo haben Sie eigentlich die vielen Lakritze her?"
Herr Post: "Auf der Wiese waren vorhin so viele Schafe - da
hab ich aufgesammelt."
Frankreich, Provence
Arles, "VIVE LA FRANCE"
(AutorIn unbekannt)
Am Abend des 2.9.1983 starteten wir vom Bio- und Franze-Leistungskurs unsere Studienreise, deren fernes Ziel Südfrankreich - die Provence - war. Schon die Abfahrt gestaltete sich sehr ereignisreich und aufregend, wie folgendes Zitat deutlich macht: "Nachdem der letzte Koffer verstaut ist, die fieberhafte Aufregung sich gelegt hat, sitzen Frau Hankel und Herr Grote nun auch endlich im Bus.", denn diese zwei Begleitpersonen durften natürlich nicht fehlen. Nach der Begrüßung des Busfahrers "Berti" setzte sich ein übermütiges Geplapper durch, in dem ein Satz nicht zu überhören war: "ATTENTION, FRANCE, NOUS VENONS!" -- Je später der Abend, desto müder die Lehrer, und so stellten auch wir uns darauf ein, etwas leiser zu sein.
Am nächsten Morgen befanden wir uns schon mitten in Frankreich,
und noch bevor wir in Arles ankamen, besichtigten wir den
Aquädukt "Pont du Gard". Dort nahmen wir ein erfrischendes Bad
und versöhnten damit unsere durch das Busfahren arg strapazierten Glieder.

France, Vers-Pont-du-Gard
Endlich in Arles angekommen bezogen wir ein "ty-
pisch französisches" Hotel.

Arles, Hotel

Arles(?) - amical...
Den ersten Abend, wie auch die meisten anderen, verbrachten viele von uns in den berühmt berüchtigten Straßencafés.

Arles, Terrasse du Café sur la Place du Forum (Berühmtes Van Gogh Sujet)
Am nächsten Tag standen die Sehenswürdigkeiten in Arles und Umgebung auf dem Programm. Wir besuchten das Amphitheater, die Arena und die Kirche St. Trophime, in der wir eine franz. Messe mitfeierten, mit ihrem berühmten Kreuzgang. Anschließend verfrachteten wir in der Gräberstraße "Les Alyscamps" Frau Hankel und Herrn Grote zum Probeliegen in ein leeres Doppelgrab, in dem sie sich offensichtlich sehr wohl fühlten. Ganz Kavalier reichte Herr Grote Frau Hankel seine Hand und half ihr aus den "ewigen Jagdgründen" wieder zu uns.

Arles, Amphitheater

Arles - Voyage incroyable...

Arles, Place de la republique
Am folgenden Morgen kutschierte uns Berti zu der befestigten Kreuzritterstadt Aigues-Mortes, in der selbst heute noch kein einziges Auto fahren darf und somit die mittelalterliche Atmosphäre noch voll erhalten ist.

Aigues-Mortes, Blick auf die Befestigungsanlagen / Stadtmauer

Saintes-Maries-de la Mer, Plage
Den Nachmittag verbrachten wir in Saintes-Maries-de la Mer am strahlend weißen Strand, wo der biologische Aspekt unserer Studienfahrt zur "Freude" von Herrn Grote voll zum Tragen kam:
a) Analyse des gemeinen Räuber-Beute-Verhaltens:
10 Räuber stürzten sich auf wehrlose sich arglos sonnende Opfertiere, verschleppten sie zum Meer und versenkten sie in den Fluten.
b) Umkehrung des Phänomens:
Durch Übung waghalsig geworden, wagten sich die 10 Räuber an ein überdimensional grotes - Pardon großes Opfertier heran. Doch dieses Unternehmen war zum Scheitern verurteilt. Denn aufgrund angeborenen Lehrkörperverhaltens hatte das Opfertier einen besonderen Abwehrmechanismus entwickelt. Beim Zugriff der Räuber ließ es einen Kampfschrei ertönen unter Vortäuschung eines Krampfes. Zu Tode erschrocken gaben die Räuber ihr Opfertier frei. Gutmütig erteilten sie noch Ratschläge zur Genesung des Opfertiers. Schließlich zogen sich die Räuber zurück, in der Hoffnung später dem Beutetier einmal gewachsen zu sein.
Nach diesem aufregenden Erlebnis fuhren wir ins Hotel zurück, wo das Abendessen schon auf uns wartete. Im Speiseraum, der keine Fenster hatte, wären wir auch ohne Licht angekommen, da unsere vom Sonnenbrand gezeichneten Gesichter ein natürlicher roter Schein umgab. Zu allem Überfluß heizte uns die sehr pikant gewürzte Fischsuppe auch noch von innen auf, so daß wir unsere Glut nur noch mit Hilfe eines kühlen Kirs bekämpfen konnten.
Den Dienstagmorgen verbrachten wir in Avignon, wo wir eine Führung durch den Papstpalast mitmachten. Anschließend besichtigten wir die vielbesungene „Pont d’Avignon".

Avignon, Pont d'Avignon. Dahinter die Palais des Papes
Besonders das einsam in den Alpen gelegene Kloster Senanque, welches wir am Nachmittag aufsuchten, faszinierte uns mit seiner idyllischen Atmosphäre.

Abbaye de Senanque, Ansicht mit blühendem Lavendel

Abbaye de Senanque, Kreuzgang

Landschaft
Der Besuch des in der Nähe gelegenen verträumten Städtchens Gordes war ein letzter Höhepunkten an diesem Tag.

Gordes, Ansicht auf das Dorf
Der Mittwoch verlief etwas ruhiger aber nicht weniger interessant, denn eine Wanderung durch die Camargue mit ihren typischen Landschaftsformen begeisterte selbst Biologie-abgeneigte Schüler. Sogar die scheuen Flamingos und Wildpferde erlebten wir hier "live", später erprobten einige ihre Reitkünste auf allerdings gezähmten Exemplaren. Unsere durch die starken Windböen hervorgerufenen Sturmfrisuren plätteten wir anschließend bei einem ausgiebigen Bad am Meer.

Camargue, Flamingos, weisse Wildpferde, Strand und Meer...

Rast
Am nächsten Morgen stand "Les Baux" auf dem Plan, wo eindrucksvolle Ruinen von einem bewegten mittelalterlichen Leben zeugten. Die notwendigen geschichtlichen Hintergründe vermittelte uns Frau Hankel, die sich im übrigen während der ganzen Fahrt als hervorragender Reiseleiter auszeichnete.

Les Baux, Panorama

Les Baux, Dorfansicht
Nicht nur die südliche Landschaft faszinierte uns, auch die Leute, durch ihre offene herzliche Art. Freundliche Weinbauern am Wegesrand schenkten uns eine Kostprobe ihrer Trauben.Diese schmeckten so "delicieux", daß wir uns eine Weinprobe nicht entgehen ließen. Daraufhin fuhr uns Berti, der uns während der gesamten Fahrt sicher und freundlich zu allen gewünschten Orten brachte, noch ein letztes Mal zum Meer, das uns an diesem Nachmittag mit ganz besonders hohen Wellen überraschte.

Arles, Plage de Piémanson
Begeistert stürzten wir uns in die Fluten, auch Herr Grote wußte seine Freude kaum zu bändigen, die sich in einem lauten "Juchu" äußerte. Dieser Walroßschrei stieß er in Verbindung mit einem Känguruh-Springen aus. (Ob dies biologisch vertretbar ist?!) Der Abschied fiel uns nicht leicht, sodaß wir jede Minute bis zum äußersten auskosteten.

Plage de ...?
Auch abends saßen wir noch lange gemütlich zusammen und Frau Hankel kaufte von den inzwischen schon recht zahlreich gewordenen "Verspätungs-Francs" einige Flaschen Wein, die unsere erschöpften Glieder wieder zum Leben erweckten.
Leider verging die Zeit viel zu schnell und eh wir uns versahen, saßen wir schon wieder im Bus und befanden uns auf der Heimreise, die wir jedoch in Orange noch einmal unterbrachen, um das besterhaltene römische Amphitheater zu besichtigen. Hier bedankten wir uns bei Frau Hankel, Herrn Grote und Berti, die sich durch ihr Engagement, die gute Vorbereitung und Leitung der Fahrt ein dickes Lob verdient hatten.

Orange, Théâtre Antique d'Orange
Mit dem folgenden Lied, das wir im Amphitheater zum Besten gaben, verabschiedeten wir uns nach einer ereignisreichen Woche, die uns als einmaliges Erlebnis in Erinnerung bleiben wird, von Südfrankreich und der Provence:
La Provence, La Provence, Du blühendes Land,
Wir sind Tage und Nächte durch Frankreich gerannt.
Die Flamingos, die Pferde, die Sonne, der Strand,
Die Ruinen, das Meer, all das hat uns gebannt!
Danke, danke für die schöne Fahrt, die uns so gut gefallen hat.
Das Programm war herrlich, wir hatten Spaß,
Und wir sagen ehrlich: "Urlaub nach Maß"
Danke dafür, danke dafür!
England, London
"England Fahrt 83"
(AutorIn unbekannt)
"Ich habe meine neuen Laufschuhe mit, damit kann ich flitzen wie der Blitz", vertraute uns Schwester Gabrielis kurz vor unserer "Studien"-Fahrt nach London an. Diesem Motto blieb sie auch den größten Teil der Reise treu, doch zunächst einmal mußten wir auf einer abenteuerlichen Fahrt per Zug, Fähre und U-Bahn zu unserem Reiseziel gelangen. In Köln war "die Stimmung schon recht gut" (Originaltext Schwester Gabrielis), in Wimbledon angekommen, waren wir allerdings ziemlich müde.

Schwester Gabrielis und Herr Wischer - auf der Suche nach neuen Trainingsabschnitten
Wir folgten unserer zielstrebig voranschreitenden Lehrerin und gelangten so auf einem kleinen Umweg zu unserem endgültigen Bestimmungsort, dem YMCA-Haus. Abends versuchten wir erste Kontakte mit der englischen Bevölkerung aufzunehmen, indem sich einige von uns in der "Speaker's Corner" als Redner blamierten (so weit schien es mit unserem Schulenglisch nun doch nicht her zu sein).

Maria und Schürmi - completely exhausted by Schwester Gabrielis
In der darauffolgenden Woche sollten sich Schwester Gabrielis Laufschuhe voll und ganz bewähren, konnten jedoch aufgrund der etwas gemütlicheren Gangart der Schüler nicht ganz zur Geltung kommen. Auf jeden Fall blieb stets nach den vielen kulturellen Ereignissen des Tages wie St. Pauls's Cathedral, Trafalgar Square, Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett, British Museum und dem Tower noch genug Energie für ein Ale im nahegelegenen Pub oder für andere Aktivitäten (wobei manche vielleicht besser unerwähnt bleiben).

Susanne
Herausragende Ereignisse unserer Studienfahrt war die Tagestour nach Cambridge, wo wir zunächst einmal "Hinterhöfe, Fluß und Essräume" sahen, dann aber durch ein hervorragendes Referat in die nähere Geschichte dieser alten Universität eingewiesen wurden, so wie die Fahrt nach Windsor und Eton.
Auch das Theaterstück "A streetcar named desire" wurde von den meisten begeistert aufgenommen, während es auf andere etwas ermüdend zu wirken schien...

Peter, Michael, Renate (?)... ... ...
Nach einer aufregenden Woche (in der das Londoner Wetter seinem Namen zum Glück keine Ehre machte) traten wir dann wieder die ebenso aufregende Rückreise an, um uns schließlich wieder, in der Heimat angekommen, von Herrn Wischer und Schwester Gabrielis zu verabschieden nach Hause zu fahren und....zu schlafen.



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