Easter Eggs - Rezeptur für echte Weicheier
- 31. März 2024
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Apr. 2024
Nostalgische Wiederentdeckungen - Skurriles Eierschaukeln aus dem Tagebuch einer Heulsuse, es müssen seltsame Zeiten gewesen sein, damals, nicht nur während der Prüfungsphase, beim Abi 1984...

Die Fails der Abi-Klausur in Mathe Leistungskurs beim Müller waren kalkuliert. Stochastik, Geometrie und Analysis…Integrale, Kurvendiskussion, keine Ahnung. Die einzige zu berechnende Nullstelle, die ich im Frühjahr 1984 beim mathematischen Schreiben fand, war ich selbst. Egal. Ohne NC-Avancen war der Schnitt einerlei. Die Praktikabilität einfacher Arithmetik und die Anwendung von Wahrscheinlichkeits-Rechnung beherrschte ich ansatzweise, es war Fakt, dass ich mit zwei Punkten in der Abschlussklausur locker und ohne eine erweiterte mündliche Prüfung bestehen würde. Schlecht genug war in dieser Situation effektiver, als es besonders gut machen zu wollen, Perfektionismus ist der Feind des Guten - so reden nicht nur Therapeuten. Stattdessen Cleverness.
Ich hätte also die Nacht vor der Prüfung zufrieden durchschlafen können, wachte aber zitternd aus einem Albtraum auf. Beunruhigendes hatte mich aus der Zeitungslektüre am Vorabend aufgewühlt, irritierende Assoziationen sich zu surrealen Bildern zusammengefügt, zu Filmkulissen realen Horrors, die ich allesamt der NZZ zu verdanken hatte und die sich bei einem ohnehin allzu verwirrten Abiturienten zu skurrilen Albträumen und bedrohlichen Dystopien auswuchsen.
Während ich am Morgen darauf Kurven für zwei Abipunkte diskutierte und nicht weiter kam, blickte ich mich im Prüfungsraum um. Der Anblick der scharfen Mitschülerin am Nachbartisch, die ich sonst so gern in feuchte Träumereien verwickelte, konnte nicht verhindern, dass mir stattdessen der gruselige Film der vergangenen Nacht wieder in den Kopf schoss. Ein rosa Elefant, ein lästiger Tinnitus, nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen…
Die Szene - in den gefliesten Kellerräumen eines Zürcher Kulturzentrums. Ein Dutzend Männer sitzt breitbeinig auf DIY-Toilettenstühlen mit kreisrund ausgesägten Sitzflächen, darunter je ein Eimer voll Wasser und darin mitgebrachte Tauchsieder. An den Hoden baumeln bleierne Gewichte, die faltigen Säcke mitsamt der Eier hängen langgestreckt im 45 Grad heißen Wasser. Konspirativ hockt sie da, die „Schweizer Hodenbadegruppe“, im späten Frühjahr 1984, im morgendlichen Stuhlkreis, eine Dreiviertelstunde jeden Tag, so berichtete das Zürcher Traditionsblatt. Ich stellte mir beim Lesen des Artikels bereits am Abend sofort langhaarige Endzwanziger aus dem Alternativmilieu vor, linke Enthusiasten, strickende Müslis auf ihren umgebauten Klo-Stühlen, fahle Akademiker hockten dort, vielleicht Sozialpädagogen, Lehrer, Germanisten und Philosophen, möglicherweise verzauselte Aussteiger, ich gähnte mehrmals müde, schon aber ein Stück grundirritiert, und schlief mit all den Klischees und all den naheliegenden Bildern und dem Blatt auf der Brust ein. Ein nahtloser Übergang von der Wirklichkeit zum Traum.
Die Rest-Attitüde vom Klassenkampf liegt immer noch nostalgisch wie weltfremd auf den schmal nuschelnden Lippen der suspekten Stuhlkreiser, etwas verhärtetes und verbrämtes in bärtigen Gesichtern, ohne die geringste Ausstrahlung und Sex Appeal.
Die westdeutsche Aufbruchsstimmung der Grünen, mit ihrem Einzug in den Bundestag im Nachbarland, knapp ein halbes Jahr zuvor, bringt die Augen der hockenden Eidgenossen hinter dicken Brillengläsern und Klassenkampfgestellen zumindest partiell zum Leuchten, als in meinem Traum ein hagerer Kerl mit Zopf und herabgelassenem Latz voller Brokdorf-Broschen den Tenor mimt und das Wort diesbezüglich einleitend ergreift (Möglicherweise gab es eine Rangordnung, ich stellte mir den Aktivisten einfach als besonders empathischen Bademeister in einem unendlichen Pazifik ethischer Verlorenheit vor). Er hält kurz inne, taxiert die Runde und es folgt ein als Frage formulierter indirekter Appell: „Moni, Sybille, Caro und Bine werden übrigens beim morgigen Treffen dabei sein, wir wollen nach dem Abwichsen die Spermienqualität im Labor gemeinsam prüfen und dann das neue Pamphlet vorbereiten, ihr seid doch dabei, oder?“
Alle nicken. Absolute Zustimmung. Die Teilhabe der Frauen schien nicht nur als Korrektiv wichtig. Er spricht weiter und erneut von Aufbruchstimmung, das es wirklich Zeit sei. Und das der progressive Mann in der Schweiz selbst in Krachledernen langsam beginne, richtig frauenbewegt zu denken, aus dem Patriarchat aussteigen wolle - und müsse, und handeln, und keineswegs nur ein bisschen antisexistisch in der Haltung bleiben werde, das stand für ihn fest. Von der überfälligen Befriedung des Geschlechterkampfs, von neuem Feminismus und echter Praxis, er redet von Care-Arbeit und Hundertwasser, von Beuys und politischem Frauentheater, dann sichtlich erregt und mit den Armen rudernd vom verhassten Amerika und der EG als Handelsvertretungen des gesamten Großunternehmertums, der Großbanken, der globalen Giftkonzerne, Pharma und Chemie, Monokultur-Monopolisten, schweift ab zur Atom- und Gen-Lobby und beginnt dann wieder von alternativen Verhütungsmethoden zu sprechen, wird demütig, als er über die seit Jahren auch im Persönlichen als defizitär empfundene Entlastung der Sexualpartnerinnen sinniert und dann voller Sorge abschliessend, die Stimme fast brüchig, empört kundtut, dass die Östrogen-Emmissionen durch abertrillionen von Pillen bereits ihren toxischen Niederschlag in Lebensmittel, ja bis ins Trinkwasser gefunden haben könnten…
Während der Hagere die Apokalypse des Patriarchats in meinem Albtraum heraufzubeschwören scheint, nicken seine Kombattanten erneut. Entrüstet in die Bärte murmelnd. Und nervös. Einer, richtig angefixt und aufgebracht, rutscht auf seinem Badesessel unvorsichtig hin und her und flucht kurz, als das heisse Wasser überschwappend seinen linken Schenkel bespritzt. Der Zausel scheint sich schlicht vor Feminisierung zu fürchten, denke ich, vor individueller Verweiblichung, vor Gynäkomastien, vor dem Wuchs riesiger, ballongrosser, behaarter Männertitten, gar vor der totalen Verweichlichung, ja Schrumpfung des eigenen Geschlechts(teils) durch weibliche Hormonüberschüsse in der Nahrungskette. Und wer weiß, was noch…mimimi, es ist ihnen allen auch das ein ernstes Anliegen, mit diesem Ethinylestradiol in den Kontrazeptiva scheint nicht zu spassen zu sein...
Jeder, so stellte ich es mir jetzt ganz luzide und in aller Klarheit vor, empfand sich samt erhitzten Gemüts und Gehänges und trotz oder wegen der ganzen maskulinen Beunruhigung (siehe Freud, Lacan oder Theweleit) als Teil von etwas viel Grösserem, da war sie wieder, da war ich sicher, die soziale Männerbewegung der klugen Weltverbesserer in der gewohnt stereotypen Penisverlängerung des Klassenkampfs, in ihrer größenwahnsinnigen Selbstermächtigung, die soziale Plastik, an der es laut einem (nun auch noch peinlich für die Grünen singenden) Beuys stetig zu arbeiten gelte, der Kunststoff experimenteller Empathie, Hybris aus Fett und Filz, Lyotard zum Trotz - der Anfang einer neuen, noch viel grösseren Erzählung, ein neuer Keimling mindestens, der sich aus dem großen Trog der Ökopax-Bewegung ebenso nährte wie von den Träumereien der Blumenkinder und den bleiernen Ammenmärchen der späten 60er und 70er. Und Le Angst. Diese ewige Angst, Angst vor allem nicht natürlichen. Was immer das auch sei, fragte ich mich (eine überaus schwierige Frage, bis heute) und WAS hatte diese armen Menschen eigentlich so traumatisiert?
War der hormonelle Super GAU unbemerkt längst eingetreten und hatte schleichend bei den Stuhlkreisern zu diesem Testosteron-, mindestens aber zu einem signifikanten Serotoninmangel geführt? Ich war absolut ratlos in meinem Alb und tauchte - in einem kurzen Moment eigener Sorge befangen - noch tiefer in den roten Eimer ein, randvoll mit möglichen Endzeitkonsequenzen.
Die Paranoia, es würden nun links-grüne Männerbündnisse mit immer neuen Badegruppen wie Pilze aus dem Boden schiessen, sich sektiererhaft auch in Deutschland vermehren, bis in die letzten Winkel der Republik selbst das bürgerliche Lager in neue soziale Verhütungsanstalten zu morgendlichen Sitzungen zwingen, die Aufdringlichkeit, die Aussichtslosigkeit, sich dem neuen Konsens zur Verhütungskultur irgendwann nicht mehr widersetzen zu können, erschien mir selbst im Traum überzogen, zu viel sprach dagegen. Und was eigentlich gegen Kondome?
Spermizidbeschichtungen, Latexallergien, Polyisoprene und vermutlich das ganze fundamentale Misstrauen in die Chemieindustrie. Belustigt stellte ich mir, den Faden nun aus anderer Perspektive aufnehmend, vor: Herr Müller könnte nicht nur als Mathe- sondern Sportlehrer zukünftig zusammen mit Frau Fuchs aus der Bio Ecke (oder Herrn Wegener, aber das wäre nicht paritätisch) als Appendix am WBG wahlfreie Badegruppen für die Testikel einrichten und die Auswertung der Spermienanzahl und Erstellung der wichtigen Laborstatistiken mathematisch durch herausragende Schülerinnen betreuen lassen. Was hätten wir als Jahrgang verpasst! Ganz sicher würde ich aber im Studium Flyer in der Mensa finden, und - nun brach ich in meinen Gedanken in schallendes Gelächter aus - ich würde mich künftig mit heißen Hodenbrüderschaften, in ganz neuen Burschenschaften täglich zum Abbrüten der Spermienvitalität verbünden, ganz sicher…neue deutsche Vereinseierei an allen Fakultäten, ich grinste, saunieren der anderen Art, um mit einem Testes-Testat die temporäre Unfruchtbarkeit des deutschen Michels beim nächsten Date safe belegen zu können…ich prustete…
Mein Sekundenschlaf mit dem Flow der Re-Visionen wurde unterbrochen. Irritiert durch den Schatten öffnete ich die Augen. Etwas besorgt stand Herr Müller leicht zu mir gebeugt da - ob es Probleme gäbe, fragte er mit leiser Stimme, natürlich, dachte ich, was denken Sie denn und war im Begriff, ihm den NZZ-Artikel als nicht wirkliche Ursache für mein vollends geplantes Versagen, aber vor allem als Hinweis auf die sich anbahnende Katastrophe zu nennen - es war mir peinlich, hatte ich etwa realiter laut im Prüfungsraum gelacht? Ich wiegelte ab, nein, nein, es wäre schon alles in Ordnung. Er lächelte gekünstelt, eine aufmunternde Daumen-Hoch Geste noch und dann wandte er sich kopfschüttelnd wieder dem Pult zu. Vermutlich stand dahinter auch noch kein Stuhl mit Eimer. Es war ein nahtloser Übergang vom Traum zur Wirklichkeit.
Von gestern zu heute (damals). Das grausigste Bild blieb und prägte sich tief in mein limbisches System, nicht wegen der vielen schlaffen Säcke, nicht wegen der offensichtlich ohne Scham zur Schau gestellten vollständigen Verpeiltheit der Hodenbrüter - es war dieses Bild der humorlosesten Ernsthaftigkeit, die mich selbst nach Abschluss der Klausur und der Fahrt nach Haus nachhaltig erschütterte. Nicht einmal mehr der Gang in den Keller schien für depressive Ökos und Frauenversteher 1984 in Zürich ein Garant zum auch nur allergeringsten Lächeln zu sein. Unbegabt, unwitzig und hässlicher noch als Ratten-Jenny, dachte ich damals, dieses scheiss Hippietum war trotz 77 nie wegzukriegen, so notierte ich irgendwann später im Tagebuch.
Nachdem ich zur Entspannung von der Klausurstrapaze daheim angekommen endlich ein heißes Bad (sic!) nehmen konnte, abwechselnd meine Genitalien nachdenklich betrachtete, an meine scharfe Mitschülerin dachte und dabei die nie existierende Urversion von Fraktus „Affe sucht Liebe“ von 82 im Dauerloop mehrfach von einem Tape hörte, fragte ich mich, ob der Begriff Weichei nicht genau dort, genau dort in diesem Zürcher Kulturzentrum, 1984, in diesem ominösen Keller der Kanzlei, seinen eigentlichen, wirklichen Ursprung hatte.
Denn der Ausdruck ist definitiv Anfang der 1980er Jahre entstanden - einer Zeit, in der der Macho als Ausdruck des Patriarchats für ein paar Jahre übergangsweise in die Kritik geriet, "Männergruppen" wie unsere Hodenbader über ihr Selbstverständnis nachdachten und die Denkfigur vom "weichen" Mann als Softie aufkam: sanftmütig, nachgiebig, umsorgend, links-alternativ, einfühlsam - und der leider sein Müsli wie auch sonst modisch total versagend stets umherschlabberte. Ich war mir nach diesem Albtraum damals absolut sicher - lieber atomtot als eine solche Zukunft ohne Lust und Lachen.
Nachtrag
Das weich gekochte Ei…hhm, es erlebte bis Ende des 80er Jahrzehnts einen sensationellen Aufstieg als Schimpfwort zum Dissen aller Zögerlichen, Nachdenklichen und Ängstlichen. Und darüber hinaus - bis heute ist das unsägliche Weichei in Karrierebibeln und Personalabteilungen als Blaupause für ein No-Go für Führungskräfte daheim. Gesucht werden wie seit jeher schon lange wieder Machos, Macker, Macher - Walk the Talk, mit ein wenig Empathie als Softskill(sic!) zur Anschlussfähigkeit, das Imperium hatte längst zurück geschlagen. Die Diskreditierung ging ans Eingemachte, zielte ja direkt ins Gemächt. Wer wollte sich schon zu Weichlingen, all den Wimps und Sissys, diesen weinerlichen Memmen als Waschlappen hinzugesellen? Gelegentlich wird das Weichei mittlerweile auch auf orientierungslose Frauen ohne Eier in den wenigen Machtpositionen angewandt. Oder umgekehrt von ihnen gegenüber untergebenen Mitarbeitern hinter vorgehaltener Hand - das allerschlimmste. Und Ethinylestradiol? Vielleicht sollten wir (Männer) froh sein - ein wenig mehr Östrogen und ein bisschen weniger Testosteron sollen angeblich medizinisch wirksam gegen Männerschnupfen sein, es hemmt die Vermehrung von Viren und erhöht die Antikörper...laut deutscher Familienversicherung....so what?
Und überhaupt - die heißen Hodenbäder haben sich als Methode natürlich nie durchgesetzt. Trotz vieler Versuche und Studien kam bislang auch noch keine Verhütungspille für den Mann auf den Markt. Aber immerhin ein Bachblütenextrakt mit dem Namen „Weichei“ für Vierbeiner. Echte Männer lassen einen harten Cut vornehmen - wenn sie selbst dafür sorgen wollen, dass sie nicht schwanger werden und in der Kostenfalle enden. Und auch wenn Barebacking immer noch kickt - wir streifen uns spätestens seit der virulent werdenden HIV-Krise in jenen Jahren doch lieber Kondome über, um fiesen Infektionen und Geschlechtskrankheiten vorzubeugen. Die gibt's mittlerweile sogar in veganer Ausführung. Oder aber etwas teuerer mit Öko-Siegel in Naturdarmausführung in vielen DIN Größen schon seit langer Zeit...
Ich geb es übrigens frei zu - ich war selbst auch immer ein Warmduscher, mental ein unsicherer Heranwachsender, ein Hänfling auf der Suche, im steten Spagat, und bedauere es sehr, mein Coming-Out als proto-queere Sissy oder Klimakleberin nicht bereits 1984 ausgiebig politisch zelebriert zu haben. Meine Tagebücher sprechen definitiv eine entgegengesetzte, andere, harte und abwertende Sprache. Irrungen. Vieles wäre mir und meinen Mitmenschen erspart geblieben. Ressurection. Versöhnlicher werden. Man sollte die von uns Geschmähten rehabilitieren. Sich bei den Gebashten entschuldigen. Und gegen alle Widerstände von Populisten und Rechts - den woken Zeitgenössinnen von heute für solche Korrekturansprüche unbedingt dankbar sein und jegliche Anfeindungen ihnen gegenüber - insbesondere aus unserer Generation - auf ihre Beweggründe hinterfragen. Und - um es nicht zu vergessen - das gilt übrigens auch für all die geschmähten Warner dieses selbstverschuldeten Klimawandels - diesem letztem apokalyptischen Eierwärmer. Kann man wegleugnen, bleibt aber trotzdem richtig scheisse. Cui Bono? Was ist Deine Meinung?
Und nun - ein frohes Fest und viel Spass beim (Weich-)Eier suchen, geniessen und Fehler finden!
Eure Chrissie
(Anm. den NZZ-Artikel habe ich leider nicht mehr entdecken können - dafür könnt ihr Euch hier das 1987 retrospektiv veröffentlichte Hodenbader-Editorial aus dem Archiv als Zeitdokument reinziehen - nachstehend ein paar Auszüge daraus)













Parabéns pelo excelente trabalho! A estrutura lógica do texto facilita muito a compreensão e a absorção das informações. Ler materiais de alta qualidade como este sempre me inspira a buscar mais ferramentas que promovam o desenvolvimento pessoal. Acredito que o primeiro passo para o bem-estar é se conhecer profundamente. Nesse contexto, para quem explora sua identidade, um questionário sobre sexualidade pode ser um ponto de partida valioso. Encontrei um que é bastante completo e respeitoso, ideal para organizar os pensamentos de forma anônima e segura.