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The Scary Butt Hinge

  • 31. März 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Die 80er sind nicht nur als inflationäres Party-Motto oder Dokumentationsreihe zielsicher auf dem Weg in die Mottenkiste, End-Boomer und Früh-X-er wie wir steuern auf die Rente zu. Party-Machen als Reminiszenz an eine genauso geile wie bizarre Zeit wird zur Randerscheinung und gibt allenfalls bei Klassentreffen noch Anlass, seine langsam verblassenden Erinnerungen aus der vordigitalen Zeit vor dem früher oder später schleichend beginnenden Verfall zu retten und zu teilen. Und - wen interessiert das überhaupt? Gut, dass dieses Jahrzehnt längst vorbei ist. Oder doch nicht? Viel Gruseliges und Skurriles scheint im Kanon von heute überlebt zu haben, das spricht dafür, sich doch noch einmal umzuschauen.


Und immerhin ist unsere Jugendzeit mittlerweile durchaus verstärkt in den Fokus geschichtswissenschaftlicher Betrachtungen gerückt. Das liegt zum einen daran, dass die üblichen Sperrfristen für viele Archivalien inzwischen ausgelaufen sind, zum anderen daran, dass dieses Jahrzehnt bislang häufig "übergangen" wurde, da vor allem die Ereignisse unmittelbar vor und nach der Zäsur 1989/90 größeres Interesse auf sich zogen.


Was machte die Jahre 1980 bis 1989 aus? Oder für uns vielleicht viel besser geeignet - das Jahrzehnt zwischen 1977 und 1987 als Zeitraum unserer eigenen jugendlichen Sozialisation in der sauerländischen Provinz? Gipfelte alles im neuen Biedermeier, leidliches Kopierwerk unserer Eltern oder haben wir uns für die Generation Greta gar der unterlassen Hilfeleistung schuldig gemacht?


Es war das letzte Jahrzehnt der deutschen Teilung, das letzte Jahrzehnt des Kalten Krieges, das letzte Jahrzehnt mithin auch jener bunten "Insel West-Berlin". In den 1980er Jahren erlebten die Neuen Sozialen Bewegungen eine Blütezeit, hervorgerufen und befördert durch Krisensymptome, die unter anderem mit den Stichworten NATO-Doppelbeschluss, Waldsterben, Brokdorf, Tschernobyl, Volkszählung oder Aids verbunden sind. Zugleich wurden Entwicklungen angelegt, die erst später Wirkung entfalteten und bis heute relevant sind – etwa die Digitalisierung des Alltags, der sogenannte Finanzmarktkapitalismus oder die Öffnung der europäischen Binnengrenzen.


Die Ausläufer der 70er und die darauf folgenden, vermeintlich so langweiligen "Kohl-Jahre", die sich heute mancher "Westalgiker" aus unserer Generation zurückzusehnen scheint, sind bei genauerer Betrachtung weitaus spannender, als gemeinhin angenommen. Und - wie haben wir diese Scharnierjahre des Umbruchs, damals im Hönnetal der mehr oder weniger Ahnungslosen erlebt?


Eine Trigger-Sammlung von Texten, Erinnerungen, Dokus und mehr. Mach mit!

 
 
 

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